Abschiedsserenade
TSV-Handballer verabschieden ihre „Fantastischen Vier“
Als Teil des höchsten Zeremoniells der Bundeswehr, des Großen Zapfenstreichs, spielt das Musikkorps bei der Verabschiedung höchster Staatspersönlichkeiten die Abschieds-Serenade in protokollarisch festgelegter Paradeformation. Nun weder das bundesdeutsche Musikkorps, noch die Bigband der Bundeswehr, hätten in der RingArena ausreichend Platz gefunden, obwohl unsere Protagonisten durchaus das ganz große Protokoll verdient gehabt hätten. So blieb es am Samstag dabei, wie es in der TSV Bonn rechtsrheinisch schon seit jeher war: laut, schrill, improvisiert, ein wenig schmuddelig und niemals perfekt. Dafür liebevoll, aufrichtig, mit beiden Beinen geerdet und insbesondere mit ganz viel ehrlicher Dankbarkeit für das scheidende Quartett.
Und selbstverständlich mit einem ganzen Korb voll mit Wehmut. Es ist Jahr für Jahr der undankbarste Artikel, indem man Persönlichkeiten verabschieden muss, die man eigentlich gar nicht verabschieden möchte. Dieses Jahr trifft es uns diesbezüglich knüppeldick.
Fischi, Timo, René und Hoffi.
Jeder einzelne ein Verlust, im Paket für unsere Mannschaft eine riesengroße Zäsur – sportlich wie menschlich, offensiv und defensiv eine brachiale Schwächung. Alle haben triftige, persönliche Beweggründe aufzuhören, die es zu respektieren gilt. Und trotzdem im höchsten Maße bedauerlich.

Daniel Fischer (32), spielt seit 2018 für die TSV Bonn und fand über die Stationen Euenheim, Birkesdorf und Rheinbach den Weg an die Beueler Ringstraße. Seitdem hat sich Fischi auf und neben dem Spielfeld zu einer (eigentlich) unverzichtbaren Persönlichkeit entwickelt. Als ausgebuffter Kreisläufer, zentraler Abwehrspieler, aber parallel auch als verlässlicher Kapitän der 1. Mannschaft, engagierter Jugendtrainer, Seniorentrainer und schließlich auch als Männerwart der TSV.

Timo Worm (29) ist nicht erst in Beuel (ab 2022) zu einem der torgefährlichsten Halblinken am Nordrhein geworden. Timo kann auf die sportlichen Stationen bei JSG Menden-Sauerland, HTV Sundig-Westig, SG Löwen Ratingen und beim Pulheimer SC zurückblicken, bevor sich Timo der TSV anschloss. Und da der Torjäger zudem ein sehr brauchbarer Defender war und ist, gehörte Worm quasi vom ersten Tag an, zur Beueler Stammformation.

Gleiches gilt auch für René Krouß (29), der 2023 von der HSG Altenbeken/Buke ins Rechtsrheinische wechselte. Der „Master of Science“, der als Entwicklungsingeneur bei der KAUTEX beschäftigt ist und der sportlich beim VfL Gummersbach von der Pike auf ausgebildet wurde, präsentierte sich auch im Trikot der TSV vom ersten Tag an, als einer der unbestritten besten Keeper der Regionalliga Nordrhein.

Und als wäre dieses illustre Trio nicht schon Verlust genug, verlässt uns auch noch mit Eigengewächs (MINIS seit 2011) Finn Hoffmann (20) eines unserer größten Talente ever und wird zukünftig für Bayer Dormagen am Ball sein. Es bricht uns das Herz und trotzdem wird ihm kein weiterer Honig ums Maul geschmiert. Hoffi soll und wird seinen Weg gehen – und – dann aber eines Tages nochmal für uns auflaufen – versprochen.
Stichwort: 😉 „die Hoffmann Sieben“ 😉
Fischi, Timo, René und Hoffi.
Es war immer eine Bank, die „Fab Four“ im Team zu haben. Euch im blaugelben Trikot spielen zu sehen, war ein echter Genuss und eine große Ehre für die TSV Bonn. Viel Glück und Segen, auf all Euren Wegen! Danke an vier echte Teamplayer und Persönlichkeiten – auf und neben dem Spielfeld !!!!
Und bevor jetzt doch gleich das Musikkorps der Bundeswehr durch die Notausgänge einmarschiert, um Euch zu Ehren die Deutsche Nationalhymne zu inthronisieren, sagen wir‘s lieber wie üblicherweise beim großen Beueler Zapfenstreich:
„Echte Fründe stonn zesamme!“
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Nordrhein Verbandsliga
HSV Troisdorf – TSV 3. Frauen
19:16 (6:10)
Frech könnte man behaupten, dass zwei gute Halbzeiten am Dienstag kräftemäßig in der „Englischen Woche“ nicht mehr drin waren, aber das wäre eine dreiste Erfindung. Die Schnitten der Dritten haben nach ihrer fast vollendeten tollen Saison, jedes Recht, auch mal eine nicht so tolle Leistung abzuliefern.
Nordrhein Verbandsliga
TSV 3. Frauen – Polizei SV Köln II
16:23 (9:9)
… oder auch mal zwei Spiele hintereinander. Egal ! Trainerin Jelena verweist auf den tollen vierten Platz in der Abschlusstabelle der Verbandsliga. Wenn man bedenkt, dass es im letzten Jahr noch um ein Haar in die Abstiegsrelegation gegangen wäre, darf man mit Fug und Recht von einer sehr, sehr schönen Entwicklung sprechen. Und die Rahmenbedingungen scheinen weiter zu stimmen.
Während mit Lea Röhrig, Nina Weber und Stephi Glinski am Samstagabend gleich drei TSV-Eigengewächse (und Jugendbundesliga Spielerinnen!) von Abteilungsleiter Eric Dierkes im Kreise der Mannschaft stilvoll verabschiedet wurden, versucht sich Julia Zupcic in der kommenden Saison in der Zweiten. Der Rest der Truppe macht weiter. Ein richtig gutes Fundament. 👍
Der Samstagabend stand dann ganz im Zeichen der ausgiebigen Saisonabschluss-Feierlichkeiten im Kreise aller TSV-Mannschaften.

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Nordrhein Oberliga
TSV 2. Frauen – SC Fortuna Köln
27:24 (16:16)
Niemand wird behaupten können, diese Oberligasaison der Zweiten wäre so richtig toll verlaufen. Höchste Zeit für einen Schlussstrich !
Da kam doch der Sieg am Dienstag im Nachholspiel gegen die Fortuna genau richtig und der O-Ton vom begeisterten TSV-Edelfan, Jens Schwartz-Freiberg, wirkt wie Balsam auf die geschundenen Seelen:
„Super Leistung, tapfer gekämpft und klasse gespielt. Am Ende hat sich das Team mit einem verdienten Sieg belohnt. Wohl das beste Spiel der Saison. Toll Mädels! Als echte Mannschaft gekämpft wie Löwinnen. Es hat riesen Spaß gemacht, Euch zuzusehen !“
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Nordrhein Oberliga
HSV Frechen – TSV 2. Frauen
22:21 (14:11)
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Außer vielleicht noch, dass die Zweite das Spieljahr auf dem 11. Tabellenplatz beendet und damit die Oberligazugehörigkeit 2026/2027 nie in Frage stand.
Der Samstagabend stand dann ganz im Zeichen der ausgiebigen Saisonabschluss-Feierlichkeiten im Kreise aller TSV-Mannschaften.
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Nordrhein Oberliga
HC Weiden 2018 II – TSV2. Männer
33:34 (14:17)
Charaktertest bestanden! Es gibt sicher angenehmere Aufgaben, als am letzten Spieltag in der berühmt-berüchtigten Sporthalle Parkstraße in Würselen antreten zu müssen, wenn gleichzeitig in heimischen Gefilden schon die Saisonabschluss-Feierlichkeiten beginnen. Aber die doch recht gut besetzte Truppe von Trainer Sascha Diergarten, zeigte trotzdem eine sehr brauchbare Leistung, auch wenn der Erfolg umkämpft und am seidenen Faden hing. Eigentlich hatte man sich nämlich schon mit einem Unentschieden arrangiert, als HC-Spieler, Tim Lütz, in der allerletzten Aktion noch durch den Mittelkreis raste und so den letzten Anwurf der TSV verhinderte. Korrekte Entscheidung: rote Karte für Lütz und Siebenmeter für Bonn, den der auch ansonsten bärenstarke Thomas Behr cool per Dreher versenkte. O.K., nehmen wir so. Ebenfalls auffällig gut agierten Keeper Moritz Czerwinski, Michi Klouß, Ben Sander und die Kaestner-Brüder. Fürs Zaubern war die Abteilung „Art-Deco“ mit den Künstlern, Pep und Mehdi, zuständig.
Die Zweite macht einen Schlussstrich und landet als starke Reservemannschaft auf dem sechsten Platz der Oberliga-Abschlusstabelle.
Bereits am Mittwoch wurde das scheidende Trio, mit Severin Dudziak Felix Pfeiffer und Tobias Suthhof, im Mannschaftskreis verabschiedet, die sich leider alle drei beruflich weg von Bonn verändern. Alles Gute und auf Wiedersehen !
Und natürlich schafften es die Jungs der Zweiten doch noch rechtzeitig zurück nach Beuel, denn der Samstagabend stand ja ganz im Zeichen der ausgiebigen Saisonabschluss-Feierlichkeiten im Kreise aller TSV-Mannschaften.
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Nordrhein Regionalliga
TSV 1. Männer – BTB Aachen
38:28 (20:10)

Natürlich stand die Begegnung ganz im Zeichen der Verabschiedung der „Fab Four“. Auch TSV-Trainer Florian Benninghoff-Lühl war darauf eingerichtet und beorderte das illustre Quartett fast wie selbstverständlich in die Startformation und gab ihnen den Löwenteil der Spielzeit. War dann tatsächlich auch eine Viertelstunde lang eine Art Machdemonstration von Krouß, Hoffmann, Fischer und Worm. Rene´ hielt famos und vorne wirbelten insbesondere Finn, Daniel und Timo, was das Zeug hielt. Bereits nach schlappen 10 Minuten waren alle drei auf der Torschützenliste notiert. Erst in der 12 Minuten mischte sich mit Franz überhaupt ein anderer Beueler Spieler in das sportliche Schaulaufen ein und „störte“ vorlaut mit seinem Treffer zum 7:4. Der Siebenmetertreffer zum 10:8, ebenfalls durch Franz Krohn, läutete dann die stärkste Phase von Bonn ein und zur Halbzeit war die Partie dann entschieden. Beim BTB waren Top-Scorer Jacobs und Trainer Breuer-Herzog erst gar nicht mit in die Ringstraße gereist. So plätscherte die Partie spätestens nach dem Seitenwechsel auch folgerichtig im Freundschaftsspielmodus seinem Ende entgegen und wurde nur noch bei einigen ESC-reifen Tanzeinlagen der Beueler Crew in Flo´s Auszeiten halbwegs spannend.
So beendet das rechtsrheinische Paradeteam die Regionalligasaison 2025/2026 mit 30:22 in der ersten Tabellenhälfte, jenseits von Gut und Böse. Wäre nicht die leicht angsteinflößende Phase mit sieben Pleiten in Folge mitten in der Saison gewesen, hätte man jetzt vermutlich über alle Maße positiv berichten können. Aber wir machen auch so einen grünen Haken dran, auch wenn wir wissen, dass der erneute Umbruch wiederum eine knifflige Aufgabe für das Trainerteam mit FBL an der Spitze wird.
In diesem Zusammenhang wollen wir es auch nicht versäumen, der HSG Siebengebirge-Thomasberg zur Oberligameisterschaft und zum Aufstieg in die Regionalliga zu gratulieren. Wir freuen uns auf zwei heiße Derbys.
Auf Wiedersehen in der Saison 2026/2027 !!!