Die TSV Bonn trauert um Gerhard Flory

Veröffentlicht am 29.05.2026
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Mit großer Bestürzung und tieftraurig müssen wir den Tod von Gerhard „Gerd“ Flory zur Kenntnis nehmen. Der 62-Jährige verstarb zu Pfingsten an den Folgen einer schweren OP in Koblenz.

Damit verliert nicht nur die Handballabteilung einen „ganz Großen“. Denn Zeit seines (zu kurzen Lebens) war Gerhard, den alle Welt nur Gerd nannte, unzertrennbar mit der TSV Bonn rechtsrheinisch verknüpft. Anfang der Siebziger lernte der Ur-Beueler das Handball-ABC bei seinem Lehrmeister und Mentor, Albert Rech, im wahrsten Sinne des Wortes von der Pike auf. Mit seiner Leidenschaft für den Sport und seinem beachtlichen Talent, motivierte Gerd sein gesamtes Umfeld – nicht nur, aber auch mit eigenem „Open Air Handball Court“ unweit der RingArena. Auch als Aktiver begeisterte der torgefährliche Spielmacher seine Trainer, Mitspieler und Zuschauer gleichermaßen. Fast folgerichtig stand er Anfang der Neunziger Jahre kurz vor einem Wechsel in die 3. Liga – bis das Schicksal erstmals erbarmungslos zuschlug.

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Ein fataler Arbeitsunfall fesselte Flory fortan querschnittsgelähmt an den Rollstuhl. Es folgte verständlicherweise eine mehrjährige handballerische Auszeit, um sein Leben neu zu sortieren. In dieser Zeit, Mitte der Neunziger, dümpelte die Handballabteilung der TSV entzweit in der sportlichen Bedeutungslosigkeit scheinbar ihrer unvermeidlichen Auflösung entgegen.

Doch die Liebe zum Handball führte Gerd Flory zurück in die Gemeinschaft der TSV Bonn. Anfangs tatsächlich nur als Zuschauer, aber schon bald als Ratgeber, wenig später dann schon als Trainer und Funktionär mit hoher Führungsqualität. Fast unbemerkt und im Grunde ganz ohne das offizielle Mandat (s)einer Abteilung, schwang sich Gerd Flory zum unumstrittenen Abteilungsleiter Handball der TSV Bonn rechtsrheinisch auf, vereinte die damals noch recht kleine Gruppe von Aktiven und formte tatsächlich eine sprichwörtliche Gemeinschaft. Es folgte eine rund 25-jährige einzigartige Erfolgsgeschichte in der „Ära Flory“, in die von Beginn an Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder eingebunden waren. Gerd versammelte alle gleichermaßen hinter seinem Rollstuhl. Die Handballabteilung der Rechtsrheinischen boomte, wuchs und gedieh zu nie erhoffter Blüte. Neue Teams und Aufstiege pflasterten seinen Weg. Und ganz besonders die zuvor vernachlässigte Jugendarbeit wurde zum neuen Aushängeschild der Beueler in der Ägide Flory.

Das Geheimnis seines Erfolges? Ausstrahlung, Empathie, Sympathie, Kommunikation und Ehrlichkeit. Dazu eine gehörige Portion an Cleverness, rheinischer Schlitzohrigkeit und nicht zuletzt sportlicher Sachverstand und ein feines Näschen. Und dieses stolze Gesamtpaket an positiven Eigenschaften vereinte Gerd ohne großen Verwaltungsaufwand, dafür mit klarer Ausrichtung. Ein Mann, ein Wort!

Unter der Leitung von Gerd Flory entwickelte sich die TSV Bonn im Handballverband Mittelrhein ab der Jahrtausendwende und darüber hinaus von einem einstigen Mauerblümchen zu einer festen Größe, die in fast allen Bereichen, Ligen und Altersklassen leistungsstark vertreten war. Eine einmalige Erfolgsstory: die TSV als feste Größe. Das ist sie auch heute noch, mittlerweile im HV Nordrhein.

Aber auch die Gabe ohne Eitelkeit für eine rechtzeitige Neuausrichtung der Handballer zu sorgen, war Gerd gegeben und so übergab er bereits 2015 den Staffelstab „seines Vereinchens“ nahezu geräuschlos an Nachfolger, Markus Achenbach. Selbstverständlich blieb Gerd Flory der TSV als kritischer Zuschauer, Edelfan und Gönner erhalten – der aber auch nie mit seiner stets fundierten Meinung hinter dem Berg hielt – gefragt oder ungefragt. Dieser kluge Kopf, Ratgeber, Helfer, Freund und Kumpel fehlt ab JETZT!

Wir sollten Gerd in bester Erinnerung behalten und sein Lebenswerk weiter hegen und pflegen.

Gerd 2016

„Echte Fründe stonn zesamme – wenn nicht jetzt, wann dann?!“