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Der Traum vom Sportpark Beuel - Folge 04.2024

Geschrieben von PB am 12.04.2024. Veröffentlicht in News

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Zeitspiel um den Sportpark Beuel

 

 

Oberflächliche Komiker könnten sarkastisch fragen, ob am Sportpark Beuel denn schon bald die ersten Renovierungsarbeiten fällig sind? Mäßig witzig, denn im Gegenteil scheint die Realisierung einer neuen Dreifachhalle im Beueler Zentrum auch im Frühjahr 2024 noch immer wie eine ferne Utopie zu schimmern. Schlimmer noch, fast könnten die geneigten Handballer meinen, die doch so sehnsüchtig auf die Realisierung einer solchen Halle hoffen, dass im „Sportpark Fata Morgana rechtsrheinisch“ bereits das erste massive Zeitspiel durch die Schiedsrichter angezeigt wird? Das unmissverständliche Zeichen der Reffs zum Passivspiel geht in diesem Fall aber an das Bonner Sport- und Bäderamt auf der Spielmacher Position und an das Städtische Gebäudemanagement als die eigentlichen Verursacher.

 

Never ending oder Never beginning Story ???

 

Die immer wieder gestellte Frage lautet:

Wie ist denn eigentlich der Stand der Dinge in Sachen „neue Dreifachhalle im Rechtsrheinischen“?

Seit das Team um Professor Dr. Robin Kähler im Jahre 2017 in seiner Studie zum Bonner Sportentwicklungsplan die Dringlichkeit einer solchen Halle - nicht nur, aber auch für den Handballsport - auf der Prioritätenliste nach ganz oben gesetzt hat, ist außer allgemeiner Zustimmung, viel Schulterklopfen und positivem Kopfnicken bislang nur wenig substantielles geschehen. Die Standortfrage stellte sich als schwierig heraus. Final geklärt ist sie bis heute nicht. Dabei schien die Faktenlage klar zu sein.

Sportpark Beuel Gutachten

2020 hatten wir geschrieben:

https://www.tsv-bonn.de/index.php/die-mannschaften/herren/1-herren/8-news/1011-p-bitzer

Übrig geblieben sind im Grunde zwei Standorte für eine neue Dreifachhalle:

1. Das Beueler Franz-Elbern-Stadion. Eine von der Stadt beauftragte Studie hat inzwischen die Machbarkeit positiv bestätigt. Von der Realisierung und Umgestaltung könnten auch die dort aktiven Fußballer profitieren und es würde im Gesamt-Kontext mit dem benachbarten Badminton Leistungszentrum der Vision von einem „Sportpark Beuel“ sehr nahe kommen. Haken: der Bebauungsplan für das Areal müsste zugunsten einer Sporthalle geändert werden. Dauer ca. 2 - 3 Jahre.

 

1. Das Gelände der ehemaligen Realschule Beuel (also quasi hinter der Sporthalle an der Ringstraße), wo ein Zentrum für Förderschulen (teils mit Bestandsgebäuden, teils mit Neubauten) entstehen soll. Vorteil: innerhalb einer Gesamtplanung könnte eine Halle hier „schnell“ umgesetzt werden. Wann aber dieses Schulzentrum tatsächlich realisiert werden soll, ist derzeit noch völlig unklar. Außerdem würde die Halle dann sehr nah an ein Wohngebiet angrenzen. Auch zu diesem Standort sollte bis Ende des 1. Quartals 2024 eine Machbarkeitsstudie vorliegen, was leider bis jetzt (Mitte April 2024) nicht der Fall ist.

 

Beide Standorte hätten ihren Charme und würden - zumindest von den Handballern - mit Kusshand genommen. Was allerdings ganz und gar uncharmant und nerv tötend daherkommt, ist der fehlende Herzschlag für dieses Projekt, der im Vergleich einen Blauwal als hyperaktiv mit ADHS charakterisieren würde. Fortschritte werden, wenn überhaupt, maximal in Quartalsschritten außerhalb jeglicher Ferien erreicht. So wurde beispielsweise im Herbst 2023 der Vorschlag, die Bebauungsplanänderung für das Stadion parallel zur Prüfung des Standortes Realschule einzureichen, als nicht zielführend abgewiesen. Zudem meidet die Verwaltung - verständlicherweise - in der Sache die Öffentlichkeit „als dem Prozess nicht zuträglich“. Das dürfte sich aber in Kürze wieder verselbstständigen, spätestens wenn sich die Politik im Vorfeld der Kommunalwahlen 2025 wieder an „ihr Thema“ neue Dreifachhalle erinnert.

Die A-Jugend flüchtet ins Exil

Zudem droht ohnehin eine fette öffentliche Blamage und ein absolutes Novum. Bekanntermaßen sorgen derzeit die A-Junioren aus Bonn bundesweit für Furore, die ihre Bundesliga-Heimspiele bislang in der Sporthalle der Gesamtschule Beuel-Ost vor regelmäßig ausverkauftem Haus austragen. Am 28. April steht nun zuhause das große Pokalviertelfinal-Rückspiel gegen die hessische mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen auf dem Programm. Tatsächlich ein echtes Highlight für die gesamte Handball-Region. Doch ausgerechnet jetzt macht in Beuel-Ost der Hallenboden große Sorgen. Die Versiegelung wurde nach Reinigungsarbeiten, Mitte März, an einigen Stellen beschädigt. So ist die Nutzung der Halle IGS mit Haftmittel derzeit nur eingeschränkt möglich. Als Ausweichoption im Stadtgebiet für das Pokalspiel , hat das Sport- und Bäderamt einzig die Sporthalle Tannenbusch mit Ausnahmegenehmigung (Haftmittelerlaubnis) angeboten, die in Sachen Infrastruktur - insbesondere beim zu erwartenden Zuschauerandrang - noch schlechtere Bedingungen geboten hätte. Verständlich, dass die Verantwortlichen der JSG diese Spielstätte als dem Anlass nicht angemessen empfanden und stattdessen ihre freundschaftlichen Kontakte zur benachbarten HSG Siebengebirge-Thomasberg genutzt haben. Mit Erfolg, Danke an die Stadt Königswinter, großen Dank an die HSG 7Hills! So wird das Bonner Heimspiel gegen den Bundesliganachwuchs aus Melsungen nun am 28. April 2024 um 15:30 Uhr mit besten Rahmenbedingungen vor (hoffentlich) einer Rekordkulisse, kurioserweise am Oberpleiser Sonnenhügel stattfinden.

 

Möglicherweise wird diese pikante Situation aber zukünftig kein Einzelfall bleiben. Schon klopft die U17 der Bonner JSG in der aktuellen Qualifikation hoffnungsvoll und hörbar an das Tor zur Jugend Bundesliga.

 

Und auch die Regionalliga Männer der TSV Bonn stehen schließlich vier Spieltage vor Saisonschluss durchaus noch in Reichweite zur Meisterschaft und müssten bei einem Aufstieg dem Deutschen Handball Bund ebenfalls eine drittligataugliche Halle nachweisen.

 

Wettlauf mit der Zeit

 

Quo Vadis, Bonner Hallenhandball? So dramatisch wird es hoffentlich nicht kommen, denn schließlich soll die Halle der IGS Beuel-Ost spätestens nach den Sommerferien wieder vollumfänglich zur Verfügung stehen. Zudem ist die Zusammenarbeit der Handball Community mit dem Bonner Sport- und Bäderamt grundsätzlich gut und positiv. Auch das selbstausgestellte Prädikat „Sportstadt Bonn“ will man nicht immer wieder plakativ in Frage stellen. Vielmehr möchte man den am Neubau-Prozess maßgeblich beteiligten Personen nochmals deutlich das Passivzeichen signalisieren, denn im übertragenen Sinne gibt es in Bezug auf die „Neue Dreifachhalle im Rechtsrheinischen“ derzeit tatsächlich keinen Drang zum Tor bzw. es gibt keinen erkennbaren Versuch einen Treffer in der Sache zu erzielen. In diesem Tempo werden wir den imaginären Wettlauf zwischen Haltbarkeit (Nutzung) der maroden Sporthalle Ringstraße gegenüber einer neuen Dreifachhalle ganz sicher verlieren. Nicht nur die Handballer würden sich darum ein deutlich offensiveres Handeln der Verwaltung wünschen.

Peter Bitzer
für das Projektteam "Neue Handballhalle in Beuel"